Expedition Biofleisch

Ein sonniger Samstag im November – ein perfekter Tag um Bio live zu erleben. Dazu haben wir an diesem Wochenende lokale Bloggerinnen und Blogger auf den Biolandhof Frohnenbruch bei Kamp-Lintfort am Niederrhein eingeladen. Einer von 242 Demonstrationsbetrieben in Deutschland, die zeigen wie moderne Landtechnik und ökologischer Landbau in der Praxis funktionieren.

 

Am Niederrhein, zwischen den Kreisen Wesel und Kleve liegt der Hof Frohnenbruch. Von der Ritterburg zum Biohof, auf dem Familie Bird heute in der 6. Generation lebt und arbeitet. Familie Bird: Das sind Landwirt Klaus, Metzgermeisterin Bärbel, Sohn und Landwirt Paul, der sich um die Schweine kümmert und Tochter und Metzgermeisterin Eva, die den Hofladen schmeißt und besonders leckere Wurst herstellt. Diese durften wir bei einem gemeinsamen Frühstück direkt verkosten.

Bärbel Bird, Klaus Bird, Sohn Paul Bird und Moderator Hendrik Haase. Foto: Marcus Gloger ©BLE

Ab in die Küche

Danach ging es für die BloggerInnen in die Hofküche zu BIOSpitzenkoch Rainer Hensen, dem nicht nur die Qualität des Fleischs, sondern ebenso die ganzheitliche Verarbeitung der Tiere am Herzen liegt. „Wenn schon ein Tier für uns geschlachtet wird, dann haben wir auch die Pflicht das ganze Tier zu verbrauchen.“ Genau deshalb liegen in der Küche schon die Zunge, Schulter und Hüfte eines Biorinds bereit. Unter Anweisung des Fleischexperten werden diese gemeinsam zu einem köstlichen 3-Gänge Menü verarbeitet. Während Gemüse und Fleisch im Topf und Ofen vor sich hinbrutzeln, werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Klaus Bird über den Hof geführt.

BIOSpitzenkoch Rainer Hensen zeigt wie man Schulterscherzel zubereitet. Foto: Stephanie Birk ©BLE

Aus der Rinderhüfte bereiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Rindertartar zu. Foto: Stephanie Birk ©BLE

Führung über den Biohof Frohnenbruch
Vor 17 Jahren hat Familie Bird ihren Betrieb auf Bio umgestellt. Heute halten sie Rinder, Legehennen, Bruderhähne, Masthähnchen und Schweine. Ihre Tiere können von dem Futter der eigenen Flächen ernährt werden. Seit neustem baut Familie Bird selbst Soja als Tierfutter an.

Auf dem Hof wird die ökologische Mutterkuhhaltung betrieben. Eine Form der Rinderhaltung, bei der die Tiere besonders artgerecht in einer Herde gehalten werden. Die Kälber dürfen bei ihrer Mutter bleiben und die Kuh wird nicht gemolken, so dass das Kalb regemäßig am Euter saugen kann und ganz natürlich aufwächst. Ab November stehen die Rinder im offenen Außenklimastall. Im Frühling und während der gesamten Vegetationszeit stehen sie wieder draußen auf der Weide.

Auf dem Hof Frohnenbruch leben rund 220 Rinder. Foto: Stephanie Birk ©BLE

Die drei Tage alten Bruderhähne im Stall. Foto: Stephanie Birk ©BLE

Mobile Hühner

Die Hühner leben in Hühnermobilen, die alle 10 Tage versetzt werden. Das schont den Boden und die Hühner haben immer neues Gras zum Picken. Auf der Wiese laufen die Hennen frei herum, haben viel Platz und nehmen gerne ein Staubbad zur eigenen Parasitenbekämpfung. Das Hühnermobil wärmen sie mit ihrer Körperwärme. Auch die Bruderhähne werden auf dem Hof aufgezogen und durch einen etwas höheren Eierpreis mitfinanziert.

Das Hühnermobil der Legehennen wird alle 10 Tage versetzt. Foto: Stephanie Birk ©BLE

Moderator Hendrik Haase. Foto: Maja Nett

Seitdem Sohn Paul sich zwei Schweine zum Geburtstag gewünscht hat, gibt es auf dem Hof auch Bioschweine. Man erkennt sie sofort an ihrem Schwänzchen, das in Biobetrieben nicht kopiert werden darf. Viel Tageslicht, natürliche Belüftung und Auslauf gehören zu den Grundvoraussetzungen in der ökologischen Schweinehaltung. „Schweine scheißen sich nicht in das eigene Wohnzimmer. Sie gehen dazu raus, wenn sie können!“, bemerkt Moderator Hendrik Haase. Er begleitet die Bioexpedition mit viel Wissen und Begeisterung

Paul Bird mit seinen Schweinen. Foto: Stephanie Birk ©BLE

Foto: Stephanie Birk ©BLE

Das Expeditionsmenü
Jetzt ist es  Zeit für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder in die Hofräume zu kommen. Denn dort wartet schon das köstlich duftende Expeditionsmenü. Zur Vorspeise gibt es Schulterscherzel – ein beliebtes Teilstück der Rinderschulter, das mit einer markanten Sehne durchzogen ist. 1,5 Stunden wurde das Schulterstück im Kochtopf gegart. Dazu gibt es Rinderzunge mit Gemüsevinaigrette, Rindertartar, Rote Bete und Feldsalat mit Walnüssen und Birnen. Zum Hauptgang wird es weihnachtlich: Knuspriger Schweinebauch mit Pflaumensauce, Kartoffelklößen und Rotkohl. Und aus den Eiern der Legehennen wurde als Dessert Tarte Tatin mit Vanilleeis gezaubert. So gut schmeckt Bio!

 

Die Rezepte der Expedition Biofleisch findet ihr hier.

Die Vorspeise: Rinderzunge und Schulterscherzel mit Gemüsevinaigrette, Rote Bete und Rindertartar. Foto: Hendrik Haase.

Knuspriger Schweinebauch. Foto: Hendrik Haase.