So viel mehr als Eintopf: Linsen, Kichererbsen und andere Hülsenfrüchte

Was ist eigentlich dran an den kugeligen Kichererbsen, braunen oder roten Linsen, knubbeligen weißen oder dürren grünen Bohnen? Alles – oder fast alles. Sie liefern unglaublich viele Nährstoffe, schmecken in 1001 Variationen und sind aus der veganen und vegetarischen Küche nicht mehr wegzudenken. BIOSpitzenköchin Mayoori Buchhalter, unsere Spezialistin für vegane Küche, hat zwei ihrer Lieblingsrezepte mitgebracht.

Echt so lecker: Burger – aber ohne Fleisch!

Manchmal muss es einfach sein: ein saftiger Burger im knusprigen Brötchen mit knackigen Gemüsen und cremiger Mayo. Aber ohne Fleisch? Selbstgemacht? Kein Problem für Mayoori Buchhalter. Die BIOSpitzenköchin ist Spezialistin für vegane und ayurvedische Küche. Klar, dass sie auch ein handfestes Burger-Rezept in ihren Kochbüchern hat, dass mühelos mit seinen fleischigen Kollegen konkurrieren kann.

Zum Reinbeißen: Mayooris saftig-knuspriger Kichererbsen-Burger, Foto: Jürgen Holz © BLE

Für die knusprigen, veganen Patties püriert sie Kichererbsen aus dem Glas mit Kichererbsenmehl, frischem Knoblauch und Zitronensaft. Eine Prise Exotik und Spannung kommt mit drei Esslöffeln Tahin dazu. Tahin ist eine Paste aus feingemahlenen Sesamkörnern aus der arabischen Küche. Die schnell geformten Kichererbsen-Burgerpatties werden in der Pfanne knusprig gebraten und mit frischen Tomaten- und Gurkenscheiben im Brötchen zu einem ordentlichen Burger gebaut. Allerdings, was wäre ein Burger ohne eine satte, würzige Sauce? Die ist bei Mayoori auch vegan und natürlich selbst gemacht. Mit dem Pürierstab zaubert sie aus Sojamilch, Senf, Zitronensaft und Rapskernöl eine luftige Mayonnaise, die großzügig ins Burgerbrötchen kommt. Wer mag kann die Mayonnaise mit Currypulver verfeinern, den Burger mit frischer Petersilie verzieren und dann endlich reinbeißen.

Orangenlinsen mit getrockneten Pflaumen. Foto: Jürgen Holz © BLE

Dieses Rezept ist so einfach, das darf man Gästen wirklich nicht verraten. Denn es schmeckt himmlisch und raffiniert: ein wenig fruchtig nach Pflaume und Orange, mild und samtig durch die weichen roten Linsen, rauchig-mediterran nach frischem Rosmarin. Und so leicht klappt das: Die roten Linsen werden mit Wasser und Orangensaft etwa dreißig Minuten geköchelt, bis sie aufplatzen und weich sind. Getrocknete Pflaumen werden längs in Streifen geschnitten und mit frischem Rosmarin zu den Linsen gegeben. Der heiße, duftende Eintopf wird mit Salz abgeschmeckt – fertig. Wie gesagt: wirklich einfach bei maximalem Genusserlebnis. Am besten Sie testen es einmal an einem verregnet gemütlichen Herbstsonntag.

 

Film Hülsenfrüchte

Hier zeigt Mayoori die Zubereitung von vier tollen Rezepten mit Hülsenfrüchten direkt aus der Kochschule ihres „BioGourmetClub“ in Köln. Die Orangenlinsen sind auch dabei.

 

Hülsenfrüchte sind kleine Ackerkraftwerke

Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen, Lupinen und sogar die Erdnuss gehören zur Familie der Schmetterlingsblütler (Leguminosen). Sie haben also wunderschöne Blüten, aber das ist nicht der Grund, warum sie im ökologischen Landbau so beliebt sind. Leguminosen binden Stickstoff aus der Luft in kleinen Knöllchen an ihren Wurzeln. Verbleiben die Wurzeln nach der Ernte im Boden, liefern sie wertvollen Stickstoff-Dünger und verbessern auf ganz natürliche Weise die Bodenfruchtbarkeit. Ihre Früchte, also die Linsen, Bohnen, Erbsen, enthalten so viel Protein, wie kein anderes pflanzliches Lebensmittel. Das ist natürlich spannend für Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren und auf tierisches Eiweiß verzichten.