„Probieren Sie doch mal!“

Es ist ja das eine, wenn die BIOSpitzenköche ihre Gäste in ihren Restaurants, Kochschulen oder als Caterer mit raffinierten Speisen verwöhnen. Das Andere ist es, Menschen spontan zu überraschen, sie zu begeistern und sie zu überzeugen. Genau das machen die BIOSpitzenköche, wenn sie als Showköche auf Messen und Events unterwegs sind. Wir haben drei von Ihnen nach ihren Erfahrungen auf großen und kleinen Kulinarik-Bühnen befragt.

„Da musst Du zaubern, da muss der Gaumen explodieren“

BIOSpitzenkoch Bernd Trum ist das „Frontcooking“ nahezu in die Wiege gelegt. Schon 1970, da war Bernd sieben, kochte sein Vater inmitten des Trumschen Familienrestaurants vor den Augen seiner Gäste. Doch Bernd lernte erst mal Steuerfachgehilfe. Ziemlich trocken. Also ging er danach als Sportanimateur auf Reisen. Hier kam es zu einer folgenreichen Begegnung: Eine ältere Dame erzählte ihm, wie sie ihre schwere Krankheit auch durch eine Ernährungsumstellung in den Griff bekommen hatte. Bernds Interesse war geweckt. So viele Menschen wie möglich von meisterlicher, gesunder Küche überzeugen aber unterhaltsam und ohne erhobenen Zeigefinger? Das war Frontcooking mit Mission.

Charme-Offensive: BIOSpitzen- und Profishowkoch Bernd Trum. „Das Kochen sind nur 15 Prozent, alles andere ist Emotionalität“. Foto: Martin Scherag ©BLE

Es folgten: Ausbildung zum Koch, Küchenmeister, Gourmet-Koch Vollwert-Ernährung, Verpflegungsbetriebswirt, Diätkoch – mit Zertifikaten, Brief und Siegel. Weil es aber für das unterhaltsame Kochen vor Publikum keine Ausbildung gab, gründete Bernd vor 20 Jahren seine eigene Akademie. In der ICA Frontcooking Academy in Limburg arbeiten heute 24 Trainerinnen und Trainer. Angehende Profishow-Köchinnen und -Köche lernen hier zum Beispiel die Sympathiefaktoren beim Showkochen kennen. „Showköche“, sagt Bernd, „sind Multifunktionstalente: Entertainer, Ärzte, Apotheker, Dompteure, Psychologen. Das Kochen auf der Bühne, das sind nur 15 Prozent. Alles andere ist Emotionalität. Um Leute zu packen, da musst du auch etwas zaubern, da muss der Gaumen explodieren.“

 

Mit Humor, Respekt und gutem Handwerk

Christophers Inspiration: Die Schönheit der schnörkellosen Küche mit naturbelassenen Biolebensmitteln. Foto: Marcus Gloger © BLE

Auch BIOSpitzenkoch Christopher Hinze mag den öffentlichen Auftritt. Um ein Haar wäre er Berufsmusiker geworden. Den Küchengöttern sei Dank, ist er Koch geworden. Live kocht er am liebsten auf Messen, großen Veranstaltungen oder im Fernsehen. Erhobener Zeigefinger? Auch nichts für Christopher! Sein Motto: „Nicht moralisch predigen, sondern durch Qualität und guten Geschmack überzeugen.“

 

Das Besondere im Alltäglichen

„Für mich ist es das Schönste, wenn man dabei zusehen kann, wie sich etwas Alltägliches in etwas Besonderes verwandelt.“ Alltäglich ist Alfred Fahrs Karriere wirklich nicht. Schon in der Grundschule wollte er Koch werden. Dass er allerdings in den neunziger Jahren als Küchenchef bis nach Südafrika kommen und dort unter anderem Staatschef Nelson Mandela bewirten würde, stand damals nicht in seinem Stundenplan. Auch heute zeigt Alfred als Profi-Schaukoch seine Kochkunst im In- und Ausland. Tausende Menschen unterhält der Allgäuer mit seinen Auftritten im Bayerischen Fernsehen: Schon seit 2006 steht er dort als Biokoch vor der Kamera.

Gespräche aus der BIO-Showkoch Spitzenküche

 

Lieber Bernd, Alfred und Christopher: Was war Euer bestes Erlebnis „on stage“ bisher?

 

Alfred Da gibt es vieles. Das Publikum reagiert am emotionalsten, wenn kleine Missgeschicke passieren und wenn es auf der Bühne „menschelt“. Zum Beispiel ging mir eine Pfanne mit Öl in Flammen auf, als ich nicht beachtet hatte, dass die Kochplatte voll heizte. Schnell einen Deckel draufgelegt und weitergekocht, als wäre nichts gewesen. Dinge, die jedem passieren können. Oft kommen Komplimente, dass die Rezepte einfach nach zu kochen sind und deswegen gerne genutzt werden. Das freut mich sehr.

 

Christopher Mein bestes Erlebnis war bei einer Aktion der Initiative „Zu gut für die Tonne“ in Saarbrücken. Dort sind viele hunderte Menschen von Lebensmitteln, die eigentlich vernichtet worden wären, mit leckeren Speisen satt geworden. Ihre Verwunderung darüber, was man aus solchen Lebensmitteln noch alles machen kann – und wie. Und auch das Nachdenken über unsere Lebensmittelindustrie und die Landwirtschaft.

 

Bernd Der 3. Oktober 2002. Es war der Start der „Bio-Erlebnistage“, die am  Tag der deutschen Einheit mit Spitzenpolitikerinnen und -politikern und Prominenten in Berlin eröffnet wurden. Wir kochten direkt vor dem Brandenburger Tor auf einer Bühne, übertragen auf eine riesige Leinwand, vor 500.000 Leuten.

 

Was mögt Ihr am direkten Kontakt mit dem Publikum?

 

Christopher Ich freu mich, wenn ich Menschen zeigen kann, wie wunderbar es ist, Biolebensmittel zu verarbeiten und dabei nützliche Tipps zum Einkauf und zur Zubereitung zu geben. Einfach live und ohne zu sagen „nur so ist es richtig“. Es freut mich durch meine „Persönlichkeit“ Menschen von Biolebensmitteln, der Biolandwirtschaft und anderen Dingen, wie zum Beispiel der Wichtigkeit eines friedvolleren Umgangs mit unseren Ressourcen, mit Liebe, Respekt und Achtung für unsere Erde, von der es nur die EINE gibt, zu überzeugen oder zum Nachdenken anzuregen.

 

Bernd Ich mag Menschen! Jeder, der Menschen mag, kann Frontcooking lernen. Showkochen funktioniert mit Kommunikation. Wenn wir auf Augenhöhe und mit Leidenschaft kommunizieren, beißt das Publikum an – und probiert auch alles. Dazu gehört auch eine motivierende Wortwahl. Mit Worten wie farbig, knackig, mit Biss, bunt erzeugen wir Bilder im Kopf. Das Ergebnis ist immer positiv.

 

Alfred Wenn die Rückmeldung kommt, dass man seine Zuschauer motiviert, mehr selbst zu kochen und bei der Auswahl der Produkte auf Qualität zu achten. Da es ja immer eine Reaktion auf eine Präsentation gibt, möchte ich am liebsten eine positive. Im Laufe der Jahre stellt sich natürlich Routine ein, aber jede Vorstellung ist einzigartig und ich versuche mein Bestes zu geben. Dann gibt’s viel Lob und Zustimmung und danach wird man auch ein bisschen süchtig.

 

Wie reagiert das Publikum auf den Bioaspekt Eurer Küche?

 

Bernd Wir versuchen Schritt für Schritt Teilnehmer und Kunden zu „infizieren“. Mit Bio haben wir zum Beispiel eine besondere Qualität. Bio, regional und saisonal eingekauft, ist nicht hochpreisig, das kann sich jeder leisten. Weniger Fleisch, dann aber vernünftig. Die Leute probieren das und sind begeistert.

 

Christopher Das Publikum ist oft überrascht und begeistert von der Qualität und dem Geschmack der Biolebensmittel. Und mit dem guten Geschmack überzeuge ich meistens auch Skeptiker.

 

Alfred Es gibt Zuschauer, die genau deswegen kommen. Das Kochen mit frischen Zutaten hat nicht nur mit dem Kochen zu tun. Es geht um Geschmack, Genuss und das Erfolgserlebnis, selbst etwas zu erschaffen, was guttut. Wenn Familien oder WG´s gemeinsam kochen, ist auch die soziale Komponente wichtig. Das versuche ich zu vermitteln. Nach den Präsentationen gibt es meist viel zu reden, oft wollen Zuschauer Tipps und Tricks aus der Küche.

Leider viel zu schnell genossen: Austernpilztartar von BIOSpitzenköchin Mayoori Buchhalter. Foto: Jürgen Holz © BLE

Fingerfood: Köstliches „auf die Hand“

Rezepte der BIOSpitzenköche für Fingerfood, Snacks und kleine Köstlichkeiten

 

Hier sind die BIOSpitzenköche im Show-Einsatz

  • Veranstaltungen von Bioverbänden, Organisationen und Initiativen
  • Fachmessen zum Beispiel Anuga (Köln), Biofach (Nürnberg), Internationale Grüne Woche (Berlin)
  • Für die Initiative IN FORM auf Fach- und Publikumsmessen zum Beispiel der Frankfurter Buchmesse oder der Internorga (Hamburg)
  • Unternehmen, die den Aspekt des selber Kochens mit natürlichen Zutaten schätzen.
  • Bioerzeuger, die auf Veranstaltungen ihre Produkte und deren Verarbeitung professionell präsentieren möchten.